heh Aurich. Am Sonnabendvormittag wurde die Ausstellung „Kirche, Kreuz und Kraniche" in der St. Johanniskirche in Sandhorst eröffnet. Bis zum 27. März werden hier unter anderem Werke des Auricher Malers Hans-Jürgen Busse ausgestellt. Das Besondere an der Ausstellung sind jedoch neben Busses Bildern die Arbeiten von Schülern der benachbarten Hauptschule.

Eigentlich war es nur vorgesehen, dass Schüler des Werkkurses des neunten Jahrgangs für die Busse-Ausstellung Staffeleien herstellen sollten, sagte Pastorin Susanne Schneider in ihrer Begrüßung. Aus diesem Grund war auch Hans-Jürgen Busse in der Hauptschule zu Gast. „Er hat die Fähigkeit, bei jungen Menschen die Lust an Kunst hervorzulocken", sagte Schneider.
Die Folge war, dass sich der Kunstkurs des zehnten Jahrgangs unter der Leitung von Lehrerin Astrid Saathoff mit den Bildern Busses beschäftigt hat. Am Ende griffen die Schüler selbst zu Leinwand und Pinsel, um eiLandtagspräsident Hermann Dinkla (r.) ließ sich von Maler Hans-Jürgen Busse (2. v. I.) sein Werk über die Klosterstätte Ihlow erklären. Die kleinen Bilder sind Arbeiten der Schüler nach dem großen Vorbild (Mitte) von Busse.
Als Schirmherr für das Projekt konnte Schneider Landtagspräsident Hermann Dinkla gewinnen. „Ich empfand sofort große Sympathie für dieses Projekt", sagte Dinkla. Denn es handele sich .dabei um die „Symbiose von Schule, Kunst und Kirche zu einer eigenen Ausdrucksform." Im Gegensatz zur „oberflächlichen Gleichzeitigkeit von Chats, SMS und Facebook", welche der jugendliche Alltag mit sich brächte, müsse man sich beim Malen ganz auf eine Sache konzentrieren. Das Ergebnis seien Glück und das Selbstvertrauen bei den Schülern, etwas selbst in die Hand zu nehmen.
Dieter Emler, Leiter der Hauptschule, war einfach nur noch stolz auf seine Schüler, die gezeigt hätten, was sie können. „Werken und Kunst werden in der pädagogischen Arbeit oft nicht genug wahrgenommen", sagte er. Sie gäben den Jugendlichen aber Selbstwertgefühl und Anerkennung.
In das Werk von Hans-Jürgen Busse führte Dr. Walter Baumfalk ein. Er beschrieb den Werdegang des gebürtigen Hildesheimers, der bereits 1961 „der Liebe wegen" nach Aurich gekommen sei. Gearbeitet hat der technische Zeichner bis zu seiner Pensionierung in Aurich bei der Bundeswehr. Doch schon von Jugend an, so Baumfalk, habe sich Busse für die Kunst interessiert. „Er begann konservativ mit Landschaftsmalerei und Stillleben", sagte Baumfalk, „griff aber immer wieder Neues auf und entwickelte sich weiter." Seine Bilder wurden immer abstrakter und farbiger. Die Themen, mit denen sich Hans-Jürgen Busse beschäftigt, sind stark vom christlichen Glauben geprägt. Im Mittelpunkt steht meist das Kreuz als in die Zukunft gerichtetes Zeichen der Erlösung, wie Baumfalk ausführte.
Die Ausstellung ist sonnabends von 11 Uhr bis 16 Uhr und sonntags von 11 Uhr bis 13 Uhr geöffnet.